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Eigenkapitalrendite bei Immobilien: Formel, Beispiel und Hebeleffekt

Die Mietrendite beschreibt das Objekt. Die Eigenkapitalrendite beschreibt dein Geld. Sie zeigt, wie viel Prozent Ertrag auf das Eigenkapital zurückkommen, das du selbst in den Kauf steckst, und sie hängt stark davon ab, wie du finanzierst.

7 Min. Lesezeit · Stand Oktober 2026

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Die Formel

Eigenkapitalrendite = Jahresüberschuss nach Zinsen ÷ eingesetztes Eigenkapital × 100

Der Jahresüberschuss ist die Kaltmiete minus nicht umlagefähige Kosten minus Darlehenszinsen. Das Eigenkapital ist alles, was du aus eigener Tasche beisteuerst: Kaufpreis plus Kaufnebenkosten minus Darlehen.

Beispielrechnung mit Finanzierung

Wohnung als Kapitalanlage
Kaufpreis
250.000 €
Kaufnebenkosten (6,0 % Grunderwerbsteuer, 2,0 % Notar und Grundbuch, 3,57 % Makler)
28.925 €
Gesamtinvestition
278.925 €
Darlehen (3,8 % Zins, 2,0 % Tilgung)
200.000 €
Eingesetztes Eigenkapital
78.925 €
Jahreskaltmiete (1.050 € im Monat)
12.600 €
minus nicht umlagefähige Kosten
1.900 €
Reinertrag vor Finanzierung
10.700 €
minus Zinsen im ersten Jahr
7.600 €
Überschuss nach Zinsen
3.100 €
Eigenkapitalrendite (ohne Tilgung, vor Steuern)3,93 %

Zum Vergleich: Die Objektrendite (Reinertrag ÷ Gesamtinvestition) beträgt 3,84 %.

Der Hebeleffekt

Finanzierst du mit Fremdkapital, wirkt ein Hebel: Liegt die Rendite des Objekts über dem Zins des Darlehens, steigt die Eigenkapitalrendite mit jedem zusätzlichen Euro Kredit. Liegt sie darunter, kehrt sich der Effekt um und die Finanzierung zieht die Rendite nach unten. Im Beispiel liegt die Objektrendite bei 3,84 %, der Zins bei 3,80 Prozent. Der Hebel ist also nur schwach positiv.

SituationWirkung der Finanzierung auf die Eigenkapitalrendite
Objektrendite deutlich über dem KreditzinsHebel wirkt positiv, mehr Kredit erhöht die Rendite
Objektrendite ungefähr gleich dem KreditzinsKaum Effekt, aber höheres Risiko durch die Schulden
Objektrendite unter dem KreditzinsHebel wirkt negativ, Finanzierung drückt die Rendite

Was die Kennzahl nicht zeigt

  • Wertentwicklung: Steigt oder fällt der Marktwert, ist das nicht enthalten.
  • Steuern: Zinsen und Abschreibung (AfA) senken die Steuer, die Miete erhöht sie. Siehe Cashflow nach Steuern.
  • Risiko: Hoher Kredit bedeutet hohe Rate. Bei Leerstand oder Zinsanstieg nach der Zinsbindung wird es eng.
  • Zeitverlauf: Zinsen sinken mit der Tilgung, Mieten können steigen. Eine Mehrjahresbetrachtung zeigt mehr als das erste Jahr.

So nutzt du die Zahl richtig

Rechne die Eigenkapitalrendite für mehrere Finanzierungsvarianten (zum Beispiel 20 oder 40 Prozent Eigenkapital) und für drei Szenarien: pessimistisch, normal und optimistisch. So siehst du, wie empfindlich das Ergebnis auf Zins, Miete und Kosten reagiert. Genau dafür ist die vollständige Analyse in Wertblick gebaut.

Häufige Fragen

Wie hoch sollte die Eigenkapitalrendite einer Immobilie sein?

Es gibt keinen festen Wert. Sinnvoll ist der Vergleich mit anderen Anlagen und mit dem Risiko, das du trägst. Entscheidend ist, dass die Kennzahl auch bei schlechteren Annahmen noch tragfähig bleibt.

Zählt die Tilgung zur Rendite?

Die Tilgung baut Vermögen auf, ist aber kein Ertrag aus dem Objekt. Viele rechnen die Eigenkapitalrendite ohne Tilgung und zeigen den Vermögensaufbau getrennt. Wichtig ist eine einheitliche Methode beim Vergleich.

Warum ist die Eigenkapitalrendite höher als die Mietrendite?

Das passiert, wenn die Objektrendite über dem Kreditzins liegt. Dann verstärkt das geliehene Geld den Ertrag auf dein Eigenkapital (Hebeleffekt). Ist es umgekehrt, sinkt sie unter die Objektrendite.

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Stand der Inhalte: Oktober 2026. Die Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Rechenbeispiele sind vereinfacht und enthalten keine Gewähr. Mehr in unseren AGB.